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Social Media Strategie Beispiel
Ein vollständiges Social-Media-Strategie-Beispiel für ein Handwerksunternehmen: Analyse, Ziele, Zielgruppen, Kanäle, Content-Säulen, Plan, KPIs und Vorlage.
Kurz gesagt: Eine vollständige Social-Media-Strategie besteht aus Ist-Analyse, messbaren Zielen, Zielgruppenbeschreibungen, Kanalauswahl, Content-Säulen mit Gewichtung, Tonalität, Redaktionsplan, Ressourcenplanung und KPIs. Das folgende fiktive Beispiel eines Metallbaubetriebs mit 60 Mitarbeitenden zeigt jeden Baustein konkret und lässt sich als Vorlage auf andere Branchen übertragen.
Viele Unternehmen wissen, dass sie eine Strategie brauchen, können sich aber schwer vorstellen, wie sie konkret aussieht. Dieses Beispiel geht jeden Schritt durch.
1. Ausgangslage
Ein Metallbaubetrieb fertigt Treppen, Geländer, Balkone und Fassadenelemente. Er ist regional bekannt und hat volle Auftragsbücher, findet aber kaum Auszubildende und Fachkräfte. Die Facebook-Seite ist seit Monaten inaktiv, ein Instagram-Profil fehlt.
2. Analyse
- Stärken: spannende Fertigung, sichtbare Ergebnisse, langjähriges Team, gute Arbeitsbedingungen
- Schwächen: keine Routine, keine Verantwortung, kaum Bildmaterial
- Chancen: wenige regionale Betriebe zeigen ihren Alltag; Kurzvideos aus Werkstätten erzielen hohe Reichweite
- Risiken: Mitbewerber posten bereits regelmäßig und gewinnen Bewerber
3. Ziele (SMART)
- Hauptziel: mindestens zwei Bewerbungen pro Monat mit Hinweis auf Social Media innerhalb von sechs Monaten
- Nebenziel: 20 Prozent mehr Anfragen von Planern und Bauherren über die Website innerhalb eines Jahres
- Umsetzungsziel: zwei Beiträge pro Woche ohne Unterbrechung
4. Zielgruppen
Schüler und Berufseinsteiger (15–22): wollen wissen, wie der Alltag aussieht, ob das Team nett ist und welche Zukunft der Beruf hat. Instagram, TikTok.
Erfahrene Fachkräfte (25–50): achten auf Arbeitsklima, Maschinen, Projekte, Verlässlichkeit. Instagram, Facebook.
Planer und Bauherren: suchen Qualität, Referenzen und Fachkompetenz. LinkedIn, Instagram.
5. Kanäle
- Instagram: Hauptkanal für Werkstatt und Team
- LinkedIn: Projekte, Fachthemen, Beiträge des Geschäftsführers
- Facebook: wird mit Instagram-Beiträgen mitbespielt
- TikTok: Test nach drei Monaten
6. Content-Säulen
- Werkstatt-Einblicke (35 %): Schweißen, Biegen, Montieren als Kurzvideo
- Menschen (30 %): Azubis und Kollegen stellen ihren Job vor, Jubiläen
- Projekte (25 %): fertige Treppen und Fassaden, Vorher-nachher
- Wissen (10 %): Tipps zu Materialien, Oberflächen, Planung
7. Tonalität
Bodenständig, direkt, mit Augenzwinkern. Instagram duzt, LinkedIn siezt. Keine Werbesprache, sondern echte Menschen.
8. Redaktionsplan
- Dienstag: Werkstatt-Video oder Projekt
- Donnerstag: Menschen oder Wissen
- Laufend: Stories bei Montagen
- Monatlich: LinkedIn-Fachbeitrag des Geschäftsführers
Beispielthemen für den ersten Monat:
- „Ein Tag als Azubi im Metallbau“ (Reel)
- „Vom Rohstahl zur Treppe in 60 Sekunden“ (Reel)
- „3 Fragen, die Sie vor dem Geländerkauf klären sollten“ (Karussell)
- „25 Jahre im Betrieb: Werkstattmeister im Porträt“ (Bildbeitrag)
- „Fassadenprojekt Schule – vorher und nachher“ (LinkedIn)
9. Ressourcen
Eine Büromitarbeiterin übernimmt Planung, Texte und Veröffentlichung, zwei geschulte Azubis filmen in der Werkstatt. Montags 30 Minuten Themenblock, einmal pro Woche gebündelte Produktion. Ausstattung: Smartphone, Ansteckmikrofon, Stativ, Planungstool. Aufwand: rund vier Stunden pro Woche.
10. KPIs und Auswertung
- Reichweite und Follower-Wachstum
- Interaktionsrate
- Profilaufrufe und Klicks auf die Karriereseite
- Bewerbungen mit Hinweis auf Social Media
- Anfragen über die Website mit UTM-Tracking
Monatliche Auswertung, Strategie-Review nach drei Monaten.
Vorlage zum Übertragen
- Ausgangslage in drei Sätzen
- Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken
- ein Haupt- und ein Nebenziel (messbar)
- zwei bis drei Zielgruppen mit Fragen und Plattformen
- Haupt- und Nebenkanal
- drei bis fünf Content-Säulen mit Prozentanteil
- Tonalität in zwei Sätzen
- Wochenplan und fünf Beispielthemen
- Verantwortliche und Stunden pro Woche
- KPIs und Auswertungstermin
Häufige Fragen
Wie lang sollte eine Social-Media-Strategie sein?
Für den Mittelstand reichen meist fünf bis zehn Seiten. Wichtiger als der Umfang ist, dass sie verständlich und umsetzbar ist.
Lässt sich das Beispiel auf andere Branchen übertragen?
Ja. Die Struktur gilt für Handwerk, Industrie, Dienstleistung und Handel. Nur Inhalte, Kanäle und Gewichtung ändern sich.
Was ist der Unterschied zwischen Strategie und Redaktionsplan?
Die Strategie legt Ziele, Zielgruppen, Kanäle und Themen fest; der Redaktionsplan bestimmt konkrete Beiträge mit Datum.
Wie oft sollte die Strategie überarbeitet werden?
Ein kurzer Review pro Quartal und eine gründliche Überarbeitung pro Jahr sind sinnvoll.
Fazit
Eine gute Strategie verbindet messbare Ziele mit konkreten Zielgruppen, wenigen Kanälen, festen Content-Säulen und realistischen Ressourcen – und nutzt Themen, die nur das eigene Unternehmen erzählen kann.